Functional Training erklärt

Functional Training erklärt – Teil 4

Die vier Säulen der Bewegung

Was kann durch Functional Training erreicht werden?

Wir haben bereits viel über Functional Training gehört, aber ist diese Trainingsform nur ein weiterer „Fitnesspfad“, den wir passieren müssen oder ist sie es wert, langfristig Einzug in unser Training zu nehmen und zur Trainingsroutine zu werden? Nach 14 Jahren aktiver Trainertätigkeit bin ich der festen Überzeugung, dass der Einbezug von Functional Training in unsere aktuelle Trainingspraxis einer der wichtigsten Schritte für eine grundlegende Fitness und Gesundheit bedeutet und dieses in vier Säulen der Bewegung unterteilt werden kann. Wer glaubt, Erfolge erzielen zu können, ohne dabei die Gesundheit mit einzubeziehen, irrt. Körperliches Training wirkt sich nicht nur auf die Muskulatur aus, sondern auch auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Ausdauer, dosierte Kraft und Beweglichkeit sind die Grundpfeiler unserer körperlichen Leistung. Traditionelles Gewichtheben setzt in der Regel den Fokus nur auf einen Muskel pro Übung, während mit einer funktionalen Übung direkt mehrere Körperregionen und somit Muskelketten trainiert werden.

Die aus meiner Sicht vorrangig zu nennenden, positiven Auswirkungen eines individuell dosierten Functional Trainings sind:
❱❱ gesteigerte (innere) Kraft,
❱❱ Ausdauer,
❱❱ verbesserte, optimierte Grundstabilität bei gleichzeitiger Flexibilität (Beweglichkeit),
❱❱ gesteigerte Lebensqualität/Balance,
❱❱ verbessertes Körperbewusstsein.

Als Resultat dieser Verbesserungen kommt es darüber hinaus zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und verminderten Stressanfälligkeit, wichtige Bausteine, die jeder von uns
gerne auf der Aktivseite des Lebens verzeichnen möchte. Durch Functional Training werden Muskulatur, Faszien und Gelenke beweglicher, „gesünder“ und stabiler, denn genau, wie man sich täglich die Zähne putzt, sollte man das Gleiche für den Körper tun und diesen mit Functional Training regelmäßig „entrosten”. Mit Functional Training werden die Muskeln auf verschiedenen Ebenen und somit unter Einbezug verschiedener Winkel trainiert. Dadurch werden sowohl stabilisierende als auch konkrete Zielmuskeln trainiert. Trainingsgeräte haben eine feste Voreinstellung und erlauben dem Körper nur eine Bewegung in den vorgegebenen Winkeln und Ebenen. Zudem werden häufig Ober- und Unterkörper isoliert trainiert, was den Rumpf als stabilisierende Zwischenstation nicht berücksichtigt. Übungen auf mehreren Ebenen sind komplexer und imitieren viel genauer die Bewegungen, die wir täglich im Alltag ausführen. Der simple Weg, Functional Training in das Training zu integrieren, ist, aufzuschreiben, was deine Kunden jeden Tag tun, was sind die körperlichen Herausforderungen? Hat deine Kundin festgestellt, dass ihr am Ende des Arbeitstages immer Beine und Rücken wehtun, da sie permanent Ordner sortieren und vom Boden auf den Schreibtisch oder in die Regale stellen muss, dann sollte das die erste Region sein, die du trainierst.

Beispiele für funktionale Bewegungen, die mehrere Gelenke und Muskelketten beanspruchen, sind:
❱❱ multidirektionale Lunges,
❱❱ Biceps-Curl stehend,
❱❱ Step-ups mit Gewichten.

Multidirektionale Lunges bereiten den Körper auf vielerlei Alltagsaktivitäten, wie z. B. Staubsaugen oder Gartenarbeit, vor. Der Lunge wird dabei nicht nur gerade nach vorne ausgeführt, sondern in alle möglichen Richtungen und Winkel. Zu Beginn empfiehlt es sich, mit Übungen zu beginnen, die „nur“ das eigene Körpergewicht als Belastung nutzen. Mit steigender Fitness können Gewichte und Widerstände in die Übungen integriert werden.

Die vier Säulen der Bewegung

Wenn man sich die menschlichen Bewegungen unvoreingenommen ansieht, können wir unsere natürlichen Funktionen ganz einfach beschreiben. Das sind die natürlichen Aufgaben unseres Körpers, wie er sich bewegt, seinen Nutzen und seine Funktionen. Wenn man die Funktionen des Körpers kennt, kann man ganz einfach ableiten, was funktionales Training ist.

 

Erste Säule: Stehen und Bewegung

Die erste Säule unserer Bewegungen ist „Stehen und Bewegung“, womit man den Körperschwerpunkt
linear verlagern kann.

Stehen und Bewegung

 

Zweite Säule: Ebenenwechsel des Körperscherpunkts

Hier ist die Entwicklung von „Ebenenwechseln“ von Bedeutung. Ebenenwechsel sind Bewegungen des Rumpfs und der unteren Extremitäten oder eine Kombination aus beiden Vorgängen, die so den Körpermittelpunkt erhöhen oder erniedrigen. Dabei kann der Schwierigkeitsgrad der Übungen durch verschiedene Körperpositionen beliebig gesteigert werden.Ebenenwechsel

 

Dritte Säule: Ziehen und Drücken

Die dritte Säule der menschlichen Bewegung ist das Ziehen und das Drücken.
Mit diesen Bewegungen verlagert man das Gleichgewicht des Körpers unter Einsatz des Oberkörpers.Ziehen und Drücken

 

Vierte Säule: Rotation-Richtungswechsel und Drehmomenterzeugung

Die über Kreuz laufende Verschaltung im Gehirn bringt uns zur wichtigsten Säule der menschlichen Bewegung, dem Richtungswechsel und der Drehmomenterzeugung. Diese Säule beschreibt den Teil der über Kreuz laufenden Nervenverbindungen der menschlichen Bewegung.

Drehmoment

 

Ein paar Übungen findest du hier:

Außerdem findest du alles zu Functional Training in meinem Buch Functional Fitness That‘s it! 

3 Gedanken zu „Functional Training erklärt

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