Functional Training erklärt

Functional Training erklärt – Teil 8

Gelenkstabilisierung, Gleichgewicht und posturale Kontrolle

Definition

Unter Gelenkstabilisierung versteht man die Fähigkeit von Gelenken (Agonisten und Antagonisten), sich zu kontrahieren, um während einer Bewegung Gelenke, die sich nicht bewegen, zu unterstützen und auf Position zu halten. Wenn diese Position erreicht ist, spricht man von Gleichgewicht.

Unter motorischem Gleichgewicht versteht man in der Bewegungs- und Trainingslehre die Fähigkeit, die „aufrechte Haltung gegen die Einflüsse der Schwerkraft und weiterer Störgrößen während des Stands (statisches Gleichgewicht) und während der Bewegung (dynamisches Gleichgewicht) aufrechtzuerhalten“ (Pfeifer et al., 2001, S. 262).

Die posturale Kontrolle wird von Pollock et al. (2000, S. 402) als „the act of maintaining, achieving or restoring a state of balance during any posture or activity” definiert.

Viele alltägliche Aktivitäten beinhalten dynamische Bewegungsmuster, die mehrere Gelenke auf verschiedenen Ebenen beanspruchen und die Kraftübertragung zwischen Extremitäten erfordern. Gelenkstabilität, posturale Kontrolle und Gleichgewicht spielen dabei immer eine wichtige Rolle. Trainer sollten daher viel Wert auf diesen Trainingsaspekt legen, denn viele Übungen, die Menschen mehr Funktionalität verleihen sollen, erfordern Stabilität bei der Krafterzeugung.

Stabilisierungstraining ist eine Trainingsform, bei der die Kraft durch die zur Stabilisierung notwendigen Strukturen eingeschränkt ist, da diese nicht zur Ausführung der Bewegung genutzt werden können. Dieses Training kann entweder auf einem instabilen Untergrund, z. B. auf einem Gymnastikball, Balance Board oder Balance Pad, durchgeführt werden oder mit einer kleineren Stützfläche stattfinden, z. B. indem man einbeinige statt beidbeinige Kniebeugen macht. Dabei sollte die Progression wie folgt erfolgen:

1. Erst mit Unterstützung, dann ohne Unterstützung oder destabilisiert.

2. Erst beidseitig, dann einseitig.

3. Erst fixierter Hebel, dann frei beweglicher Hebel.

 

Bei einer solchen, funktionalen Bewegung kann die Antriebskraft nur die Kraft übermitteln, die der Rumpf und andere Stabilisatoren unterstützen können. Diese Trainingsform kann also effektiv genutzt werden, um die Integrität des Rumpfs und anderer Stabilisatoren zu verbessern, die oft die Krafterzeugung und Leistung beeinträchtigen. Diese Herangehensweise führt zu erhöhter neuromuskulärer Effizienz und verbesserter Kraftübertragung und Gelenkstabilität, da sie die Integrität der vielen Gelenksysteme fördert, die an einer Bewegung beteiligt sind.

Stabilisierungstraining ist Teil des Functional Trainings. Außerdem kann man es gut mit traditionellem Training kombinieren. Es ist eine gute Möglichkeit, einen Körperteil im Voraus
zu erschöpfen. Beispielsweise kann man zuerst Kurzhanteldrücken auf einem Gymnastikball und im Anschluss Bankdrücken auf einer Schrägbank durchführen. Dadurch trainiert man zum einen die Stabilisierung und zum anderen wird das Muskelwachstum angeregt, da die Muskulatur durch das traditionelle Training einen ausreichend großen Stimulus erfährt.

Ein paar weitere Übungen findest du hier:

Nächste Woche behandel ich das Thema Kleingeräte.

Außerdem findest du alles zu Functional Training in meinem Buch Functional Fitness That‘s it! 

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