Posing – Isometrisches Training

Angeben Erlaubt!

In diesem Artikel möchte ich mit euch über ein merkwürdiges Thema sprechen. Es geht um das Posen. Poser sind allgemein nicht sehr gerne gesehen. Sie sind Angeber, sie protzen mit ihrem Körper und in manchen Fitnessclubs ist das Posing sogar nicht erlaubt. Nur wird hier nach zweierlei Maß gerichtet. Diejenigen, die das Posing richtig ausführen und als einen Teil des Trainings verstehen, werden, wie oben dargestellt, als Machos und Angeber angesehen. Was ist aber mit den anderen? Schaut man sich im Gym etwas um, so sieht man, dass fast jeder irgendwie am Posen ist. Diejenigen, die einfach ihre Haltung aufrichten und so in eine Art Trainingsmodus kommen meine ich nicht. Es gibt jedoch einige Individuen, die sich zwischen den Sätzen regelrecht verspannen. Diejenigen, die den Bauch einziehen und anspannen, bis zu einem Grad dass sie nur noch oberflächlich atmen können, befinden sich beispielsweise auf dünnem Eis. Denn es ist nicht nur während eines Satzes wichtig Pressatmung zu vermeiden, sondern auch in den Pausen den Körper genügend mit Sauerstoff zu versorgen und Kohlenstoffdioxid aus dem Körper auszuatmen. Sprich, wenn Posen dann richtig und mit System.

Ursprünglich kommt Posing aus dem Bodybuilding. Die Athleten stellen sich hin und präsentieren ihre Muskelentwicklung, indem sie verschiedene Posen einnehmen, um bestimmte Muskelgruppen zur Schau zu stellen. Schiedsrichter verteilen dann die Punkte. Die Profis müssen also ihre Posing – Routine auch außerhalb der Bühne üben, um das Maximum herauszuholen. Dabei geht man wie folgt vor: Man spannt verschiedene Muskelgruppen an, hält die Spannung und spannt dann andere Muskelgruppen an, um wiederum für einige Sekunden in der Pose zu verharren. Einfach ausgedrückt, die Athleten führen ein isometrisches Krafttraining durch!

Je größer die Spannung, die der Bodybuilder aufbauen kann, desto größer erscheint der Muskel. Er wird besser durchblutet und man fängt an zu schwitzen. Dabei wird der Grad der Mind-Muscle Connection verbessert, was sich wiederum günstig auf die korrekte Ausführung der Übungen auswirkt.

Der Begriff Mind-Muscle Connection kommt aus dem Bodybuilding, und beschreibt, vereinfacht gesprochen, wie sehr wir mit unseren Muskeln in Verbindung stehen. Ein Bodybuilder beispielsweise, spürt seinen Bizeps besser, als jemand der frisch ins Gym kommt. Und durch das Posing lernt er seine Muskeln noch besser zu spüren. Er spürt genau, wo der Muskel ansetzt und wo seine Grenzen sind. Er spürt, wie viel Spannung der Muskel aufbauen kann und zwar ohne umliegende Muskeln (Synergisten) in Anspruch zu nehmen, und kann somit den Muskel beim Training genau isolieren und mit entsprechenden Gewichten zum Wachsen zwingen.

Kurz gesagt, wer das Posing übt kann den Muskel nicht nur besser mit Blut versorgen, welches die nötigen Nährstoffe bringt, sondern steigert auch seine Mind-Muscle Connection, was denjenigen dazu in die Lage versetzt, seine Übungen effizienter auszuführen.

Also liebe Leser, zwischen den Bizepscurl-Sätzen ruhig mal zum Spiegel und dem Bizeps anspannen! Haltet die Spannung 4-6 Sekunden. Spürt seinen Ansatz und seinen Ursprung, spürt wie er sich mit Blut füllt, fühlt einfach in euern Körper rein und er dankt es euch mit einem besseren Körpergefühl und einem effektiveren Training!

Und wer nicht als Angeber abgestempelt werden möchte macht es klangheimlich zu Hause, wo es keiner sieht, und die Mind-Muscle Connection verbessert sich… und die Muskeln wachsen… es ist Magie!

 

Wenn ihr außerdem euch weiterhin über das Thema informieren wollt würde ich euch gerne mein Buch „Isometrisches Krafttraining„, erschienen beim Meyer & Meyer Verlag, ans Herz legen. Hier gebe ich eine ausführliche Einführung in das Thema und gebe viele Praxistipps und Übungsvorschläge. Ihr findet es auch hier im Shop.

Mit sportlichen Grüßen

Euer Artjom Maier

 

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